Schule und Kindergarten

Ein Kind, dem Märchen nie erzählt worden sind,
wird ein Stück Feld in seinem Gemüt behalten,
das in späteren Jahren nicht mehr angebaut werden kann.

-Johann Gottfried von Herder

„Märchenstunden sind die höchste Form des Unterrichtens“, sagt der bekannte Hirnforscher Prof. Gerald Hüther*. Er bezeichnet Märchen sogar als Superdoping für Kinderhirne, denn sie stoßen Prozesse in den jungen Gehirnen an, die die Gefühlswelt, das Sozialverhalten und auch das Wissen und Können fördern.

Bei einer Erzählveranstaltung werden Märchen für Kinder besonders lebendig. Sie erleben die Kraft der ruhigen Worte, heute eine Besonderheit: Das erzählte Wort, die Stimme der Erzählerin und dazu pointierte Gestik und Mimik ermöglichen es den Kindern, eigene innere Bilder zu entwickeln. Die Kinder haben großen Spaß an den Märchen und gehen mit ihren Gedanken in die Tiefe. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie sehr frei erzählte Märchen Kinder in ihren Bann ziehen.

Passend zum Alter der Kinder und zur Thematik in der Klasse, im Kindergarten, in der Kindergruppe stelle ich ein lebendiges und vielfältiges Programm zusammen: Da gibt es nachdenklich Machendes, Lustiges, Freches und Ernstes, Mitmachaktionen, Musik und noch mehr. Mein Repertoire reicht von Märchen der Brüder Grimm über Märchen aus aller Welt bis hin zu zeitgenössischen Geschichten.

In Grundschulen und auch in den weiterführenden Schulen sind Märchen ein fester Bestandteil des Lehrplanes. Eine Erzählveranstaltung ist eine nachhaltige Bereicherung dieses Unterrichts. Als Besonderheit biete ich in Schulen auch eine „Spinnstube“ an. Die Kinder lauschen dabei nicht nur Märchen, sondern bekommen auch einen Einblick in die alte Handwerkstechnik des Spinnens. Dabei sammelt jedes Kind eigene, praktische Erfahrungen darin, wie ein Faden entsteht. Das weckt Neugier.

* Zitat aus: „Märchen für die Seele“, herausgegeben von Heinrich Dickerhoff und Harlinda Lox mit einem Vorwort von Prof. Dr. Gerald Hüther. © Königsfurt-Urania 2010.